Gesellschaftsspiele

Gesellschaftsspiele existieren wahrscheinlich schon, seitdem Menschen zur komplexen Kommunikation fähig sind. Sie dienen der Ablenkung, zum freudigen Beisammensein und erfüllen damit auch eine gesellschaftliche Funktion. Denn sie sind nur mit mindestens zwei Menschen zusammen spielbar. Teilweise kann man auch mithilfe eines Gesellschaftsspiels sogar Wissen vermitteln. Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Gesellschaftsspielen. Sie sind nach wie vor beliebt und haben sich in den letzten Jahren zunehmend auf Konsolen und PC-Spiele verlagert. Nach wie vor sind aber auch die klassischen Brett- oder Kartenspiele Verkaufsschlager und werden gerne im Kreis der Familie oder mit Freunden gespielt. Insbesondere zu feierlichen Anlässen wird häufig ein Gesellschaftsspiel hinzugezogen, um die Situation aufzulockern. Denn Gesellschaftsspiele dienen auch dem gegenseitigen Kennenlernen.

Verschiedene Arten der Gesellschaftsspiele

Zuerst kommen den meisten Menschen bei Gesellschaftsspielen Brettspiele in den Kopf. Diese werden in den Kategorien durch Karten-, Denk-, Geschicklichkeits-, Schreib-, Rate-, Glücks- und Schreibspiele ergänzt. Dazugekommen sind in den letzten Jahren elektronische Spiele, die mithilfe von Gamepads oder Tastatur und Maus am Bildschirm gespielt werden. In Zukunft werden sich dabei Bewegungssteuerungen mit Kamerasystemen durchsetzen, für die keine physikalische Steuerungseinheit mehr benötigt werden wird. Durch Bewegungen und Gesten kann man schon jetzt bestimmte Konsolenspiele steuern.

Die Vielfalt bei Gesellschaftsspielen ist groß und lohnt sich erhalten zu werden. Viele Spiele sind dabei von bestimmten Altersgruppen bevorzugt oder erst ab einem gewissen Alter empfohlen bzw. erlaubt. Zum Beispiel spielt man Poker erst ab einem gewissen Alter, da die Regeln von einem sehr jungen Menschen nicht allzu schnell gelernt werden können. Dagegen werden beispielsweise “Schere, Stein, Papier” oder “Stadt, Land, Fluss” eher von jungen Menschen gespielt.

Speziell deutsche Spiele

Nach dem zweiten Weltkrieg wollten viele Menschen in Deutschland die erlebten Kriegsgräuel und eigene Taten so schnell wie möglich verdrängen. Da nach dem Krieg die finanziellen Mittel sehr gering waren, nahmen Gesellschaftsspiele einen großen Platz in der Freizeitgestaltung vieler Menschen ein. Diese Spiele sollten unter keinen Umständen seelische Wunden einreißen, außerdem sollte eine neue “Political Correctness” Einzug halten. Deswegen sind deutsche Gesellschaftsspiele lange Zeit ohne Kriegsthema ausgekommen und gelten als familienfreundlich. Auch große Konflikte zwischen den Mitspielern sollen bei “German Games” eher vermieden werden, deswegen vermeiden sie zu hohe Glücksfaktoren und schnelles Ausscheiden einzelner Spieler.

Heute wird mit dem Thema anders umgegangen, allerdings finden sich noch immer kaum Gesellschaftsspiele in deutschen Spielwarenläden, die für Kinder empfohlen sind und gleichzeitig von Kriegsthemen handeln.

Gesellschaftliche Funktion von Gesellschaftsspielen

Gesellschaftsspiele erfüllen auch eine gesellschaftliche Funktion. Sie ermöglichen ein Miteinander. Einen Grund, sich zusammenzusetzen und zu reden. Man lernt andere Menschen durch Gesellschaftsspiele gut kennen. Man merkt, wer schlecht verlieren kann und/oder nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Andererseits sieht man auch, wer Sympathien für jemanden pflegt.

Zudem redet man nicht nur über die Spielinhalte, sondern über das gesamte gesellschaftliche Leben. Somit können Familien enger zusammenrücken, Freunde sich besser kennenlernen und Fremde sich bekannt machen. Das funktioniert beispielsweise auch mit Sport, aber Gesellschaftsspiele schaffen für alle gleiche Grundvoraussetzungen. Somit ist mehr Fairness gegeben und dementsprechend eine größere Motivation für alle Mitspieler. Spiele dienen auch der Bildung – gerade Kinder können durch Spiele Zusammenhänge erlernen und soziales Miteinander erleben.